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Zur Geschichte des Obereichsfeldischen Wasserleitungsverbandes

Wie wertvoll Trinkwasser ist erkannten unsere Vorfahren zu Recht. So haben die Dörfer Großbartloff und Arenshausen, dank kluger und weitsichtiger Gemeindevorsteher, bereits im Jahre 1902 eine Wasserleitung gebaut sogar mit Wasserbassins für Löschwasserzwecke. Auch andere Dörfer erfuhren von dem Segen einer Wasserleitung. Doch besonders die Höhendörfer kamen an den kostbaren Schatz nicht heran. Das rief die Ortsverantwortlichen auf den Plan, gemeinschaftlich die Wasserversorgung zu realisieren. Am 4. Juni 1910 wurde dann der Wasserverband gegründet und unter dem Namen „Obereichsfeldischen Wasserleitungsverband“ eingetragen. Vom Frühjahr bis Oktober 1911 wurde die Verbandsleitung mit Ortsleitung, Quellfassungen sowie das Wehr mit Turbine und Pumpstation in der „Spitzmühle“ bei Großbartloff errichtet. Eine großartige Leistung. Musste doch das Wasser von der Spitzmühle mit der damaligen Technik in den 250m höhergelegenen Hochbehälter gepumpt werden. Das Wasser liefert die Gläsnerquelle, wo fortan die Quelleinfassungen verbessert und erweitert wurden. Das Wasser schoss 1200m von der Quelle zur Spitzmühle durch 150mm Ø große Stahlrohre mit einem Höhenunterschied von 75m. (1943-1944 wurde die Leitung durch eine Zementrohrleitung Ø 200-250mm erneuert.) 2 sogenannte Plungerpumpen sorgten dann für den Transport zum Hochbehälter. Das faszinierende daran war, dass der Strom für die Pumpen durch eine Turbine mit der Wasserkraft der Lutter erzeugt wurde. Selbst die Wasserstände im Hochbehälter wurden ohne Computer in der Spitzmühle kontrolliert. Ein Wasserstandsfernmeldeapparat zeigte durch verschiedenlange Klingelzeichen die Wasserstände an. In allen Orten waren Wassermeister eingesetzt die für die Kontrolle und Regulierung der Ortsbehälter verantwortlich waren. Am 6. November 1911 fand dann die feierliche Betriebseröffnung statt.

 

Baukosten: 490.000 Reichsmark Wasserkosten je m³ 1912: 15 Pf


Einige weitere erwähnenswerte Daten des Verbandes waren:

 

-1936 Die Versorgung von Mühlhausen, besonders für die Rüstungsindustrie, wird beschlossen und die Stadtwaldleitung verlegt. Dadurch wurde die Kapazität der Spitzmühle überschritten und eine weitere Pumpe musste installiert werden, die mit einem Dieselmotor angetrieben wurde.

 

-1936: Reichsgesetz: Alles musste auf Elektrizität umgestellt werden

 

-1941/42 Die Spitzmühle bekommt jetzt Strom von den Elektrizitätswerken und muss eine Trafostation bauen.

 

-1949 Die Stadtwaldleitung wird wieder ausgegraben, weil die siegreiche Sowjetarmee das Eisen brauchte.

 


„Die Neuzeit“

15.12.1952Der Verband wird VEB Wasserwirtschaft Gera-Unstrut
01.10.1964Neuer Name: VEB WAB Erfurt Bereich Mühlhausen Stützpunkt Helmsdorf

Es ist anzunehmen, dass die weiteren Dörfer Großbartloff, Lengenfeld, Hildebrandshausen, Heyerode, Diedorf, Wendehausen, Faulungen, Schierschwende zu diesem Zeitpunkt dem Verband beigetreten sind oder beitreten mussten.

 

-1967 Elektrische Kreiselpumpen ersetzten die alten Pumpen. Diese pumpen das Wasser aber nicht bis in die Hochbehälter. Deshalb muss zwischen Spitzmühle und Hochbehälter ein Zwischenpumpwerk gebaut werden.

 

-1968 Durch den steigenden Wasserbedarf wurden bei der Spitzmühle 2 Speicherbehälter mit je 153 m³ Wasser gebaut.

 

-1976 Einfassung und Einsperrung der Lutterquelle

 

-1988 Erneute vergrößerte Quellleitung – Gläsnerquelle

 


1989 „Wende“


01.01.1991VEB WAB Erfurt wird Nordthüringer Wasserversorgung und Abwasserbehandlung GmbH  
23.01.1992Wiedergründung des Obereichsfeldischen Wasserleitungsverbandes mit Sitz in der Spitzmühle Großbartloff
23.09.1992Konstituierung
30.12.1992Entflechtung mit der NWA GmbH
01.01.1993

wieder selbstständiger Wasserverband mit den Dörfern:

Büttstedt, Diedorf, Effelder, Eigenrieden, Faulungen, Großbartloff, Heyerode, Hildebrandshausen, Katharinenberg, Küllstedt, Lengenfeld/Stein, Schierschwende, Struth, Wachstedt, Wendehausen

2005Neue Leitung von der Spitzmühle zum Hochbehälter Effelder/Struth ohne Zwischenstation
2006Erneuerung Pumpenhaus/Spitzmühle und Neubau von 2 Wasserspeichern mit je 100m³

Der Verband beliefert ca. 4500 Kunden mit Trinkwasser welches durch 42 km Fernleitungen, 84 km Versorgungsleitungen und 26 km Anschlussleitungen an die Kunden gebracht wird.

Pumpstation Spitzmühle

Pumpstation Spitzmühle

Pumpstation heute
Pumpstation
Filter- und Aufbereitungsanlage
Chlorung
Rohrkeller Spitzmühle
Vorlagebehälter